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Saisonal kochen: Was der Juni schenkt

Von Maria Köhler · 9. Juni 2026 · Lesezeit 6 Min.

Es gibt diesen Moment auf dem Wochenmarkt, kurz nach Pfingsten, wenn die Stände plötzlich eine andere Farbe haben. Das satte Grün der ersten Erbsen, das tiefe Rot des Rhabarbers, daneben Bund um Bund frischer Kräuter. Der Juni ist vielleicht der großzügigste Monat des Jahres – und er lädt uns ein, langsamer zu kochen.

Warum saisonal einfach besser schmeckt

Eine Zutat, die zur richtigen Zeit geerntet wird, braucht keine langen Transportwege und kein künstliches Nachreifen. Sie kommt mit ihrem vollen Aroma in die Küche. Wer einmal frische Erbsen direkt aus der Schote probiert hat, weiß, dass keine Tiefkühlware diesen Geschmack erreicht.

Saisonal zu kochen bedeutet auch, sich vom Überangebot zu verabschieden. Statt zu jeder Zeit alles haben zu wollen, freuen wir uns auf das, was gerade da ist. Diese kleine Beschränkung macht das Kochen wieder zu etwas Besonderem.

Drei Zutaten für den Juni

Erbsen

Roh im Salat, kurz gedünstet mit etwas Butter und Minze oder zu einer leichten Suppe püriert – Erbsen sind unkompliziert und schmecken nach Frühsommer.

Rhabarber

Nicht nur für Kuchen: Ein leicht karamellisierter Rhabarber-Kompott passt auch wunderbar zu herzhaften Gerichten und gibt ihnen eine angenehme Säure.

Frische Kräuter

Schnittlauch, Petersilie, Kerbel und Estragon – jetzt sind sie zart und aromatisch. Eine Handvoll frisch gehackt über das fertige Gericht verändert alles.

Ein einfacher Vorschlag für den Abend

Junge Kartoffeln mit der Schale kochen, dazu gedünstete Erbsen, ein Klecks Crème fraîche und reichlich frische Kräuter. Mehr braucht es nicht. Manchmal ist das Einfache das, woran man sich am längsten erinnert.

„Wer mit den Jahreszeiten kocht, kocht nie zweimal dasselbe – und langweilt sich nie.“

Der Juni dauert nicht lange. Nutzen wir die Wochen, in denen die Natur uns so viel schenkt, und lassen wir uns Zeit beim Kochen, beim Decken des Tisches und beim Essen. Genau darin liegt der Genuss.

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